Das Tapfere Michilein

Bereits beim Betreten erinnert das Geschäftslokal an die angesagten Shops von London, Brooklyn oder Tel Aviv. Umso mehr freut es uns, dass sich so ein Juwel mitten im Herzen des ANNENViERTELS, und zwar in der Annenstraße 61, befindet. Hier kann man nicht nur handgefertigte Haarbänder, Geldbörsen, Karten-, Stift- und Brillenetuis, Handyhüllen, Kosmetikbeutel, Gym-Bags und Mund-Nasen-Schutz-Masken kaufen, man darf auch der Geschäftsinhaberin, Michaela Perner, direkt beim Herstellen ihrer Produkte über die Schulter schauen.
Auch Micky der Besuchskater fühlt sich hier sehr wohl, denn er macht es sich im Geschäft oder in der Auslage des öfteren tagsüber gemütlich.

Das Tapfere Michilein
Annenstraße 61
8020 Graz

E-Mail: hallo@dastapferemichilein.at
Facebook: https://www.facebook.com/das.tapfere.michilein
Instagram: https://www.instagram.com/das.tapfere.michilein/

ÖFFNUNGSZEITEN:
Dienstag bis Freitag 10–18 Uhr

UNSER HANDWERK:
Nähen

UNSERE PRODUKTE:
Haarbänder, Geldbörsen, Kartenetuis, Handyhüllen, Kosmetikbeutel, Brillenetuis, Stiftetuis, Mund-Nasen-Schutz, Turnbeutel, Clutches

Lokale Zusammenarbeit mit
Omas Teekanne
Number One
Tash Living
Murinsel Designshop

Lokale Einkäufe
Ein-Euro-Shop (Kurzwarenzeug)
Stoffwerkstatt
Hirt Knöpfe, Näh- und Handarbeitszubehör

Als Das Tapfere Michilein in die Annenstraße zog

Seit Oktober 2018 betreibt Michaela Perner ihr eigenes Geschäft in der Annenstraße 61.
Doch wie kam es dazu?
Durch Zufall las Michi einen Artikel in der Annenpost über Sarah Essl und ihrer damaligen Eröffnung eines Möbel-Upcycling-Shops „Oh it’s Lovely Design“. Dieser Shop befand sich im Erdgeschoss der Annenstaße 61, welche Räumlichkeiten lange davor leer standen. Am Eröffnungstag stellte sich Michi und ihre Produkte, die sie zu dieser Zeit noch zu Hause nähte, vor. Die anfängliche Sympathie und die fabelhaften Produkte, sicherten Michi einen Verkaufsplatz im Geschäft. Da Sarah aus Zeitgründen das Möbel-Upcycling nicht weiter betreiben konnte, führte Michi das Geschäft in der Annenstraße alleine fort.

Die Frau Diplomingeneur Michaela Perner – Die Künstlerin hinter der Nähmaschine

Michi kommt aus Murau in der Obersteiermark, wo sie in der Hauptschule auch die Basics der Nähkünste gelernt hat. Bereits mit 14 Jahren zog sie nach Graz in ein Internat und studierte nach ihrer abgeschlossenen Matura Architektur. Schon während dem Studium war ihr bewusst, dass sie in Zukunft nicht in einem Architekturbüro arbeiten möchte. „Ich hab‘ noch gar nicht richtig mit der Diplomarbeit angefangen, da hab‘ ich schon mit dem Nähen begonnen!“ Das Studium wollte Michaela dennoch abschließen, denn „ich bin nicht der Typ, der irgendwas aufhört und dann was neues anfängt.“

„Mit den Händen zu arbeiten hat mir schon als Kind am meisten Spaß gemacht.“

Michi ist keine gelernte Schneiderin. Die Nähbasics lernte sie bereits in der Hauptschule und weiteres brachte sie sich selbst über Youtube Videos, Pinterest oder einfach durchs Ausprobieren bei. „Kreativ zu sein: egal ob häkeln, stricken, basteln oder nähen – das hat mir schon immer getaugt!“ Nachdem sie jahrelang Erfahrungen gesammelt hat, hat sich Michi Techniken und Schnittmuster einverleibt und braucht nur mehr bei kleinen Dingen einen Spickzettel. Ihre ersten Nähversuche waren schlichte Täschchen mit einem einfachen Schnitt. Über die Jahre hat sich ihre Technik verfeinert, sodass sie nun auch Täschchen mit Reißverschlüssen unter ihren Modellen führt. Zudem hat sie ein eigenes Label entworfen, welches über eine Deutsche Firma gewebt wird und ihre Produkte kennzeichnet: „Das tapfere Michilein“.

Kunden & Verkauf

Neben ihrer Geschäftsfiliale in der Annenstraße findet man Michi auch auf zahlreichen Designmärkten in Graz, Wien und Linz. Gerade hier findet sie Neukunden, die zu Stammkunden werden. Dazu betreibt sie auch einen Onlineshop der über die Plattform „regionalis“ läuft, ein Online Marktplatz für handgemachte Produkte aus Österreich. Eine weitere Kooperation führt sie mit „FAiRSCHENKT„, ein Onlineshop für Zero Waste und nachhaltige Produkte.

Daneben wird noch eine Auswahl ihrer Produkte in diversen Concept Stores angeboten und verkauft.

Materialien – Aus Alt wird Neu

Alle Schmuckstücke die Michi herstellt, entstehen aus Textilien aus zweiter Hand, Stoffresten oder Altstoffen. Sie achtet darauf ressourcenschonend zu arbeiten und meidet daher neue Stoffe in Geschäften zu kaufen. „Es macht mir irrsinnig Spaß, selbst auf die Jagd zu gehen und Stoffe zu finden.“ So wird sie auf Flohmärkten oder Secondhand-Läden, wie beispielsweise bei Carla, fündig. Aber auch Stoffspenden von Freunden und Bekannten und Stoffresten, die sie von der Stoffwerkstatt erhält, haucht Michi neues Leben ein.

Kurzwaren wie Zwirn, Garn, Nadeln, Knöpfe und Reißverschlüsse erwirbt sie lokal bei Hirt Knöpfe, Näh- und Handarbeitszubehör und beim Ein-Euro-Shop in der Annenpassage.

Selbst ihre Nähmaschine stammt aus zweiter Hand: Michi arbeitet seit sechs Jahren mit einer gebrauchten Nähmaschine aus den 70er Jahren, die sie auf willhaben ergattert hat. Neben der Nähmaschine kommen noch Bügeleisen und eine Bügelpresse zum Einsatz.

Aufträge

Michi fertigt im Grunde von einem Produkt gleich mehrere Exemplare in verschiedenen Farben an. Aber auf Wunsch, kann man den Stoff, die Farbe und die Größe selbst wählen.

Zu Beginn der Covid-Krise hatte sie auch Großbestellungen von Mund-Nasen-Schutz Masken. Sie erzählt uns, dass sie binnen zwei Tagen um die 200 Bestellungsanfragen bekam. Um diese Bestellungen schnell abwickeln zu können, halfen ihr kurzzeitig Freunde und ihre Schwester aus, vor allem bei der Verwaltung von E-Mails, Facebook und Instagram.

Ein kleiner Tipp am Rande: Falls du mit dem Auto unterwegs bist und Das tapfere Michilein besuchen möchtest – bietet sich die Tiefgarage bei Leiner als optimale Parkmöglichkeit an.

Kurzwaren
Sind kleine Gegenstände wie Knöpfe, Zwirne, Schnallen, Nadeln und Reißverschlüsse, die beim Nähen, Stopfen oder in der Schneiderei gebraucht werden.

Bügelpresse
Grundsätzlich kann man eine Bügelpresse als eine Alternative zum Bügeleisen betrachten. Sie soll im Grunde dafür sorgen, dass Wäsche und Stoffe faltenfrei und platt gepresst werden.

Durch eine Bügelpresse ist eine große Zeitersparnis möglich, da nicht wie beim Bügeleisen lange mit Druck hin und her gefahren werden muss, sondern mit einmaligem leichten Druck die Arbeit erledigt werden kann.

Außerdem können mit einer Bügelpresse mehr Lagen gleichzeitig als mit einem Bügeleisen bearbeitet werden. Bis zu acht Lagen kann nämlich eine Bügelpresse schaffen, was mit einem herkömmlichen Bügeleisen unmöglich ist. Dadurch wird der Zeitaufwand noch einmal stark verkürzt.

Concept Store
bezeichnet man im Einzelhandel einen Laden mit einer ungewöhnlichen, meist hochwertigen Kombination von Sortimenten und Marken. Concept Stores sind nie an eine spezielle Marke gebunden, sondern vertreiben handverlesene Produkte unterschiedlicher Marken und Hersteller.

Text: Karina Brünner, Fotos: Maria Reiner

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